Wo die Kamera steht, ist eine ebenso wichtige Entscheidung wie die Beleuchtung des Sets. Jede Kamera sitzt auf einem Rig – einem Fotostativ, einem Säulenstativ, einem Filmstativ, einem Kran oder einer Dolly –, und das Rig, nicht die Kamera, bestimmt Höhe, Neigung und Schwenk. Diese Seite behandelt die Wahl dieser Halterung, ihre Einstellung und wie du die Kamera auf dein Motiv gerichtet hältst, während du Positionen ausprobierst.
Gilt für BASIC, STUDIO, CINEMA · Die vier Film-Rigs brauchen STUDIO oder CINEMA · Du brauchst: ein geöffnetes Projekt im Tab SETUP mit einer selektierten Kamera.
Wo du es findest
Die Halterung liegt im Inspektor der Kamera unter Equipment → Rig. Weiter unten trägt eine Gruppe mit den mechanischen Werten alles, was die angebrachte Halterung kann; sie heißt je nach Typ Stativ, Kran oder Rig und verschwindet bei einer Halterung ohne verstellbare Achse.
Die Symbol-Schaltfläche oben im Inspektor, deren Tooltip Stativ ein-/ausschalten lautet, blendet das Stativ aus, ohne die Kamera zu bewegen – nützlich, wenn die Beine ein Licht verdecken. W tut dasselbe für jedes selektierte Objekt auf einem Rig (standardmäßig).
Alle Längen sind hier metrisch; ist die Maßeinheit auf imperial gestellt, liest du stattdessen Fuß und Zoll.
So wählst du ein Rig
- Selektiere die Kamera und klicke in der Gruppe Equipment auf die Schaltfläche unter Rig. → Die Liste Rigs öffnet sich.
- Klicke auf eine Halterung. → Die Kamera behält ihre Position und ihr Objektiv; nur das Stativ unter ihr ändert sich, und die Gruppe mit den mechanischen Werten folgt dem neuen Typ.
Mit einer BASIC-Lizenz stehen nur die beiden Foto-Halterungen in der Liste – Fotostativ und Säulenstativ. Jede Halterung mit allen ihren Bereichen steht unter Kamera-Rigs: Achsen und Grenzen; eine Halterung, die du selbst zusammengebaut hast, erscheint in derselben Liste, siehe Dein eigenes Kamera-Equipment einrichten.
Um festzulegen, worauf eine neu platzierte Kamera steht, stelle das Standard-Rig im App Manager ein; Kameras, die schon im Set sind, behalten ihr Rig.
So stellst du Höhe und Neigung ein
Tippe in die Felder der Gruppe der Halterung oder ziehe die Griffe am Stativ in der Studioansicht. Drei der Felder bedeuten nicht an jeder Halterung dasselbe:
- Höhe hebt den Körper der Halterung selbst an. An einem Stativ ist das die Säule, also zugleich die Höhe der Kamera über dem Boden. Am Kamerakran ist es die Höhe der Basis und reicht nur von
0bis0.45 m– die Höhe der Kamera ergibt sich dort aus der Länge (dem Arm,2.875bis13.475 m) und der Neigung der Basis. - Versatz verschiebt die Säule seitlich. Nur das Säulenstativ hat ihn, von
-0.48bis-0.1 m. - Neigung und Richtung erscheinen am Kamerakran doppelt, der einzigen Halterung mit beweglichen Basiswinkeln: einmal für die Basis, einmal für den Aufsatz, der die Kamera trägt. Die Winkel des Aufsatzes sind die, mit denen du den Bildausschnitt bestimmst; die Basiswinkel schwenken den Arm. Rollen gibt es nur am Aufsatz, und nur an den vier Halterungen, deren Aufsatz drei Achsen hat.
Ein Stativ akzeptiert eine Höhe außerhalb des Bereichs, den sein Modell erreichen kann: Die Kamera geht dorthin, wohin du sie geschickt hast, doch das Stativ wird dann ausgeblendet statt gezeichnet – siehe Fehlerbehebung weiter unten.
So hältst du die Kamera gerichtet, während du das Stativ bewegst
Eine neue Kamera kommt mit bereits eingeschalteter Fixierung: Ziel fixiert in der Gruppe der Halterung ist an, und AUTO daneben auch. Ziehe das Stativ durchs Studio, und der Aufsatz zeigt weiter auf das Ziel, während sich die Basis bewegt – der Bildausschnitt bleibt ohne Vorbereitung erhalten. Die Symbol-Schaltfläche Fixiere Kamera auf das Ziel oben im Inspektor ist derselbe Schalter.
Was das Ziel ist, hängt von AUTO ab:
- Bei eingeschaltetem AUTO – dem Zustand einer neuen Kamera – wird der Punkt jedes Mal neu berechnet, wenn eine Bewegung beginnt, und zwar von dort, wohin die Kamera zielt. Das Einschalten der Fixierung erfasst von sich aus nichts.
- Bei ausgeschaltetem AUTO bleibt der Punkt stehen, bis du ihn verschiebst. Schalte AUTO aus, wenn eine Reihe von Bewegungen weiter um eine Stelle kreisen soll.
- In beiden Fällen ist das Ziel ein Punkt im Studio, keine Verbindung zum Model: Einem Model, das weggeht, wird nicht gefolgt.
Zielpunkt aktualisieren neben AUTO berechnet den Punkt einmal – der Weg, ihn neu auszurichten, während AUTO aus ist.
Die drei Ziel-Felder darunter enthalten den Punkt. Sie bleiben ausgeschaltet, bis die Fixierung an ist, und ihre Koordinaten verwenden Z als senkrechte Achse, das dritte ist also die Höhe über dem Boden, nicht die Tiefe. Bei ausgeschaltetem AUTO und selektierter Kamera ist der Punkt in der Studioansicht außerdem ein Griff, den du ziehen kannst.
Kamera auf das Model ausrichten – das dritte Symbol in derselben Reihe – richtet die Kamera mit einem Klick auf ein Model aus und schaltet die Fixierung ein. Es braucht mindestens ein Model im Set, und ein erneuter Klick springt zum nächsten Model; so schneidest du zwischen zwei Personen, ohne Koordinaten einzutippen. Lichter verwenden denselben Mechanismus: siehe Ein Licht ausrichten (Zielfixierung).
Ein Dreiviertelporträt ist der Alltagsfall: Klicke einmal auf Kamera auf das Model ausrichten und führe dann das Stativ von der Schattenseite des Hauptlichts auf die andere Seite der Softbox. Der Bildausschnitt bleibt erhalten, du nimmst die drei Perspektiven also als drei Aufnahmen, statt dreimal neu auszurichten.
Tipps und Grenzen
- Rollen fehlt an Dolly und Fisher 10: Beide tragen einen Fluidkopf, der nur neigt und schwenkt. Das liegt an der Halterung und ist kein Fehler.
- Das Ein- und Ausblenden des Stativs wird mit der Aufnahme und mit dem Projekt gespeichert, lässt sich aber nicht mit Keyframes animieren.
- Die Wahl der Halterung lässt sich nicht animieren. Wähle zuerst das Rig und animiere dann seine Achsen.
- Eine Kamera auf einer Dolly-Schiene ignoriert ihre eigenen Positionsfelder; die Schiene bestimmt, wo sie steht. Siehe Eine Dolly-Schiene aufbauen.
So animierst du die Fahrt
Jede Achse der Halterung nimmt Keyframes an (Add-on: Animation Tool), sodass ein Kranhub oder eine langsame Neigung auf der Timeline läuft, statt mit zwei Aufnahmen vorgetäuscht zu werden. Wenn du die Kamera in einem Schritt keyest, werden alle ihre animierbaren Werte auf einmal aufgezeichnet; für eine reine Fahrt ist es günstiger, die einzelnen Zeilen in der Objektliste zu keyen – im Clip unten genau vier davon: Position, Rotation, Aufsatz Rotation des Rigs und Höhe des Rigs.
Der ganze Ablauf, mit Easing und Schärfeverlagerung, steht unter Die Kamera animieren.
Fehlerbehebung
- Die Höhe des Krans bewegt die Kamera kaum. Am Kran ist die Höhe die Höhe der Basis,
0bis0.45 m. Nimm die Länge und die Neigung der Basis, um die Kamera anzuheben. - Das Stativ ist verschwunden, aber die Kamera ist noch da. Die Höhe liegt außerhalb des Bereichs, den das Stativmodell erreichen kann, deshalb wird das Stativ ausgeblendet, statt gedehnt zu werden. Bringe die Höhe zurück in den Bereich.
- Ein Feld, das ich brauche, fehlt in der Gruppe. Die Gruppe zeigt nur die Achsen, die die angebrachte Halterung hat; sieh in der Tabelle unter Kamera-Rigs: Achsen und Grenzen nach.
- Weitere Symptome: Kameraprobleme.
