Die Sonne ist die harte Hälfte des Tageslichts: ein paralleles Licht aus einer Richtung, die du wählst, mit einem scharfen Schatten. Das Himmelsbild um sie herum ist die weiche Hälfte, die diese Schatten auffüllt, und beide zusammen bilden die Umgebung eines Sets. Richtest du die Sonne von Hand aus, kannst du ein Location-Shooting planen, einen Fleck Tageslicht auf den Boden eines Studios legen oder sie als zweite Quelle neben deinen Studioköpfen einsetzen.
Gilt für BASIC, STUDIO, CINEMA · Du brauchst: ein geöffnetes Projekt im Tab SETUP.
Wo du es findest
Wähle die Umgebung aus – die erste Zeile der Setliste, ein Klick auf eine leere Stelle des Hintergrunds in der Studioansicht oder ein Klick auf den Kompass in der Ecke der Studioansicht. Der Weg über den Kompass funktioniert auch, wenn die Kamera in einem geschlossenen Raum steht und die Zeile in der Setliste ausgeblendet ist.
Die Sonneneinstellungen liegen unter Hintergrund. Unter der Schaltfläche für die Karte gibt es eine Gruppe Eingebettete Einstellungen mit der Gruppe Sonne darunter, und beide sind offen, wenn du hinkommst. Du siehst die Werte, die das gewählte Himmelsbild mitgebracht hat, bereit zum Überschreiben. Klappst du Eingebettete Einstellungen zu, verschwindet die Gruppe Sonne mit ihr aus dem Blick, für den Rest der Programmsitzung – an den Werten ändert sich dabei nichts.

Um die Sonne auszuschalten, brauchst du die Gruppe nicht: Das Sonnensymbol in der Kopfzeile des Inspektors schaltet Sonnenlicht direkt um, neben dem Globus-Symbol für das Himmelslicht.

So richtest du die Sonne von Hand aus
- Schalte Sonnenlicht ein.
- Stelle die Sonnenrichtung ein – die Himmelsrichtung, aus der das Licht kommt (der Azimut),
0°bis360°. - Stelle die Sonnenhöhe ein – wie hoch die Sonne steht,
-90°bis90°. Eine tiefe Sonne wirft lange Schatten und warmes, schwaches Licht;90°ist genau senkrecht über dir. Am Horizont oder darunter ist die direkte Sonne ausgeschaltet, und es bleibt nur das Himmelsbild.
Ab 00:18 stellt ein Quick Tip beide Felder ein, um Tageslicht durch ein neues Fenster zu schicken. Zwei Dinge musst du beim Ansehen gedanklich korrigieren: Er sagt „elevation“ zur Sonnenhöhe, und die Felder gehören zur Umgebung, nicht zum Fenster.

Eine tiefe Sonne wird für dich abgedunkelt und gerötet, denn ihr Licht durchquert umso mehr Atmosphäre, je näher sie am Horizont steht. Für eine Sonnenuntergangsstimmung senke die Sonnenhöhe, statt das Licht mit einer Farbfolie zu färben oder die Helligkeit herunterzuziehen.
Danach passt du den Charakter des Lichts an:
- Die Helligkeit läuft von
-10bis+0.1Blendenstufen um den physikalisch richtigen Wert.0ist volle Sonne, und das obere Ende der Skala fügt gut sieben Prozent hinzu – die nützliche Richtung ist abwärts. - Diffusion (
0…0.2) macht die Sonne zu einer größeren Quelle, wie es ein Schleier aus Atmosphäre tut. Das Maximum fügt dem Winkelradius der Sonne etwa11°hinzu, eine Scheibe von etwa einem halben Grad verhält sich also wie eine Quelle von rund zwanzig Grad Breite: Die Schattenkante wird weicher, während das Licht gerichtet bleibt. Bei0bekommt die Sonne keine zusätzliche eigene Aufweichung – dichter Nebel kann ihre Schatten aber trotzdem weicher machen, siehe Nebel und Atmosphäre.

Was das Himmelsbild schon festgelegt hat
Die Wahl eines Himmelsbilds belegt die ganze Sonne vor: an, aus, Richtung, Höhe, Helligkeit und Diffusion. Deshalb kommt die bedeckte Karte mit einer um vier Blendenstufen gesenkten, weichgezeichneten Sonne an, und die Nachtkarte mit ausgeschalteter Sonne. Die Werte unter Einstellungen sind das, worauf die Sonne zurückfällt, wenn nichts sie vorgibt – in einem normalen Set hat die gewählte Karte alle fünf überschrieben. Die Werte je Karte stehen in Eine HDRI-Umgebung verwenden.
Hast du die Sonne verändert und dann eine andere Karte gewählt, sind deine Werte weg: Die Karte belegt sie erneut.
So drehst du die Szene gegen Norden
Die Nordausrichtung steht ganz oben im Umgebungs-Inspektor, über den Gruppen, und sie dreht die Ausrichtung der ganzen Szene, nicht eines einzelnen Lichts. Seit diesem Release dreht sie Sonne und sichtbaren Hintergrund gemeinsam, sodass der Himmel zu den Schatten passt.
Du kannst auch den Kompass in der Studioansicht ziehen oder auf seine Nadel-Schaltfläche drücken, um Norden an der Richtung auszurichten, in die die Studiokamera gerade blickt. Sets, die mit einer älteren Version gespeichert wurden, werden so umgewandelt, dass sie genau wie vorher aussehen.

Die Zeile Umgebung in der Setliste zeigt die Beleuchtungsstärke der Sonne in Lux, solange die Sonne an ist. Das ist ein berechneter Wert für das ganze Set, keine Messung an einem Punkt – dafür stelle einen Belichtungsmesser dorthin, wo dein Motiv steht.
Einstellungen
| Einstellung | Bereich | Rückfallwert | Animierbar |
|---|---|---|---|
| Sonnenlicht | an / aus | an | ja |
| Sonnenrichtung | 0° … 360° |
180° |
ja |
| Sonnenhöhe | -90° … 90° |
70° |
ja |
| Helligkeit | -10 … 0.1 Blendenstufen |
0 |
ja |
| Diffusion | 0 … 0.2 |
0 |
ja |
| Nordausrichtung | beliebiger Winkel | 0° |
ja |
| Portalsampling | 0 … 1 |
0.5 |
nein |
Die ersten fünf Zeilen belegt das Himmelsbild vor, deshalb heißt die Spalte Rückfallwert; Nordausrichtung und Portalsampling sind einfache Standardwerte der Eigenschaft, die keine Karte vorgibt. Alles außer diesen beiden steht in der Gruppe Sonne. Portalsampling liegt in der Gruppe Rendering am Ende des Inspektors und spielt nur eine Rolle, wenn das Licht durch ein Fenster kommt – siehe Einen Raum durch ein Fenster ausleuchten.
Tipps und Grenzen
- Diffusion macht die Quelle größer, sie stellt keinen Diffusor vor dein Motiv. Dafür nimm eine Fläche aus dem Tab EQUIPMENT.
- Schaltest du die Umgebung solo, werden deine Studiolichter stummgeschaltet, die Umgebung bleibt aber vollständig, Sonne und Himmelsbild zusammen. Um die Sonne allein zu beurteilen, schalte zusätzlich Umgebungslicht aus.
- Sonne, Richtung, Höhe, Helligkeit und Diffusion lassen sich alle mit Keyframes versehen, sodass ein ganzer Nachmittag über ein Set ziehen kann – siehe Sonne, Himmel und Atmosphäre animieren.
- In einem geschlossenen Raum wird die Sonne aus der Berechnung ganz herausgenommen. Das ist Absicht: Tageslicht kommt ohne Öffnung nicht hinein.
Fehlerbehebung
- Die Zeile Umgebung ist aus der Setliste verschwunden. Die aktive Kamera ist in einem Raum ohne sichtbares Fenster oder sichtbare Tür eingeschlossen, Sonne und Himmel haben also keine Wirkung. Klicke auf den Kompass in der Ecke der Studioansicht, um die Umgebung trotzdem auszuwählen, und setze ein Fenster oder eine Tür in eine Wand, um das Licht hereinzulassen.
- Im Inspektor gibt es keine Gruppe Sonne. Die Gruppe Eingebettete Einstellungen unter Hintergrund wurde zugeklappt; standardmäßig ist sie offen. Klicke auf ihre Kopfzeile, und die Sonne ist wieder da.
- Die Sampling-Regler sind ausgegraut. Portalsampling braucht eingeschaltete Sonne oder eingeschaltetes Himmelslicht, eine Kamera, die nicht eingeschlossen ist, und mindestens ein sichtbares Fenster oder eine sichtbare Tür. Der Samplemultiplikator braucht eingeschaltetes Himmelslicht und mindestens ein weiteres eingeschaltetes Licht im Set.
- Ich suche ein Datum, eine Uhrzeit oder eine Stadt. Die Sonne wird in dieser Version von Hand ausgerichtet: Stelle Sonnenrichtung und Sonnenhöhe selbst ein.

Weitere Symptome: Lichtprobleme.
